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Mit den Mechanismen des Kyoto - Klimaschutz - Protokolls die Ölabhängigkeit der Seychellen verringern

 

Die Hauptinseln der Seychellen liegen im Indischen Ocean auf ca. 4° südlicher Breite ca. 1000 km östlich der Küste Kenias und Tansanias. Weitere kleinere, tlw. unbewohnte Inseln sind über eine Seefläche von fast 400.000 km2 verstreut. Die uns für dieses Projekt interessierenden Hauptinseln Mahé, Praslin und La Digue sind insgesamt 200 km2 groß und werden von ca. 80.000 Menschen bewohnt. Es herrscht ganzjährig tropisches Klima mit wenigen ausgeprägten Trocken- und Regenperioden. Vom Wetterbüro sind uns Winddaten von 1972 bis 2004 zur Verfügung gestellt worden. Von Mai bis September herrscht demnach der Südostpassat vor, von November bis März der Nordwestpassat. In den Übergangsperioden ist mit Zeiten der Windstille zu rechnen. Ein Teil des vorgestellten Projekts wird die Lieferung eines 30m-Windmessmastes und die Durchführung weiterer Windmessnugen auf den anderen Inseln der Seychellen sein.

 

Es wird kreolisch, englisch und französisch gesprochen. Die Haupteinnahmequelle des Landes ist der Tourismus. Ca. 200.000 Menschen besuchen die Seychellen pro Jahr. Die Tourismusindustrie hat eher die zahlungskräftigere Klientel mit Luxus- und Ökotourismus (v.a. Riesenschildkröten, Korallen, Vögel, Coco de Mer) im Auge, dabei ist das Lebens- und Preisniveau der Seychellen dem europäischen vergleichbar. In der Liste der Weltbank über Lebensstandard und sozioökonomische Entwicklung aller Länder der Erde (Stand September 2005) liegen die Seychellen auf Platz 38 von über 200 untersuchten Ländern.

 

Windkraftprojekt Mahé, Praslin, La Digue

 

Von diesen wirtschaftlichen Verhältnissen aus ergibt sich v.a. der Startpunkt des hier vorgestellten Projekts. Über 80% der Deviseneinnahmen müssen heue für den Kauf von Ölprodukten ausgegeben werden, v.a. für den Autoverkehr und die Elektrizitätsproduktion, angesichts steigender Ölpreise mit weiter steigender Tendenz. Auf der Hauptinsel Mahè gibt es ein Schweröl- / Dieselkraftwerk in einem 50 Hertz - Netz mit einer Spitzenleistung von ca. 40 MW, auf der Insel Praslin - von dort führt ein Unterseekabel zur nur einige Kilometer entfernten Insel La Digue – sind ca. 6 MW Spitzenleistung, auch über Schweröl / Diesel verfügbar. Selbst für Kleinverbraucher beträgt der kWh-Preis für Elektrizität auf den Inseln umgerechnet ca. 0,10 - 0,11 Euro/kWh. Die Elektrizitätsgesellschaft PUC hat ein sehr starkes Interesse an einem Aufbrechen dieser totalen, 100%igen Abhängigkeit des Landes vom Öl in der Elektrizitätsversorgung geäußert. Sie sind äußerst interessiert an einem Vorschlag, wie Windenergie zur Versorgung der Inseln beitragen kann.

 

Dem PUC wurde deshalb folgendes Projekt unterbreitet: auf den Seychellen können von Davertwind GmbH nach einer ersten überschlägigen Berechnung 5 - 8 MW Windkraft in die Netze eingespeist werden, ohne die Stabilität der Netze zu beeinträchtigen. Nach den zur Verfügung gestellten Winddaten des internationalen Flughafens auf Mahé ist mit einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 5m/s in 30m Höhe über Grund zu rechnen. Die Seychellen liegen nicht in der Zyklonzone des Indischen Ozeans (wie z.B. Madagaskar und Mauritius), so dass auch keine Zerstörungen durch Wirbelstürme zu erwarten sind. Bei Berücksichtigung von Sicherheitsabschlägen ist mit einer Auslastung der Anlagen zu rechnen vergleichbar einem westdeutschen Binnenstandort. Es können nicht beliebig hohe und große Anlagen eingesetzt werden, da die Infrastruktur wegen der Insellage Einschränkungen vorgibt, besonders in der Krangröße und damit der Anlagenhöhe für den Aufbau der Anlagen. Große Anlagen passen auch nicht in das Gesamtbild der Seychellen mit relativ kleinen Gebäuden und Hotels. Die speziellen geografischen Gegebenheiten der tropischen Insel (direkt von der Küste steil aufragende Berge bis 900m Höhe) lassen eine nennenswerte Störung des Landschaftsbildes nicht erwarten. Wir denken daher an den Einsatz gebrauchter Kleinanlagen mit einer Leistung bis 400 KW aus dem Repowering – Ersatz von vielen kleinen Anlagen durch wenige, erheblich leistungsstärkere Großanlagen - in Europa. Für das Gesamtprojekt in der Endausbaustufe von 5 MW werden 2,5 Millionen Euro veranschlagt.

 

Die PUC möchte in einer ersten Phase einen Probebetrieb mit einer oder mehreren Kleinanlagen über 12-24 Monate auf der Hauptinsel Mahé fahren, um genügend Erfahrungen und weitere Daten für den Betrieb größerer Windparks zu sammeln. Dafür kann Davertwind GmbH gebrauchte Kleinanlagen von 110 / 132 KW zur Verfügung stellen. die stillgelegt sind und ca. 7,5 Jahre gelaufen haben. Damit haben sie noch eine Lebensdauer von ca. 13 Jahren. Sie wurden während des gesamten Betriebs wie auch während des Stillstands vom Hersteller betreut und gewartet.

 

Weitere Daten zu den Anlagen:

 

110 KW: Nabenhöhe 28m, Rotordurchmesser 22m, Gesamtgewicht 15,1 Tonnen, 132 KW: Nabenhöhe 35m, Rotordurchmesser 22m, Gesamtgewicht 18,7 Tonnen,

Stromproduktion / a gesamt voraussichtlich 700.000 kWh

 

Die PUC verbraucht nach eigenen Angaben für die Produktion einer Kilowattstunde 240gr Schweröl / Diesel. Sie spart also bereits bei diesem Probebetrieb ca. 170 Tonnen Öl pro Jahr ein (zu heutigen Preisen ungefähr 65.000 Euro) sowie ca. 700 Tonnen CO2.

 

Die PUC hat 2003 ca. 216 Millionen kWh elektrische Energie produziert und 208 Millionen kWh verkauft, das bedeutet einen Einsatz von insgesamt 52000 to Schweröl/Diesel und die Produktion von ca. 165.000 to CO2.

 

Im Endausbau mit 5 MW sind ca. 7 Millionen kWh / a zu erwarten, 1700 Tonnen Öl (zu heutigen Preisen ungefähr 600.000 Euro) und ca. 6500 Tonnen CO2 weniger.

 

Weitere Daten zu Wirtschaft und Energiesektor der Seychellen

 

Einwohner 81.200 (Juli 2005)

Bruttosozialprodukt (GDP) 660 Mill. US-$, per capita 8130 US-$

Inflation ca. 5% (2004)

Verschuldung 218 Mill. US-$; (World Bank)

Rückzahlungsverpflichtungen 2005 6,1 Mill. US-$ Tilgung; 2,1 Mill. US-$ Zinsen

Außenhandelsdefizit 2004 ca. 98,5 Mill. US-$

 

Ölverbrauch für Kraftfahrzeuge, Energiewirtschaft etc.: ca. 4500 bbl/day zu Kosten zwischen 65 – 75 Mill. US-$ / a (2004/2005)

CO2.-Emissionen per capita ca. 3 to

 

Preise für Gasoil (Diesel) in London am 11.01.2006: zwischen 530,- bis 546,- US-$ / Tonne, je nach Lieferdatum; (ca. 441 – 455 Euro / to)

 

 

CDM – Clean Development Mechanism

 

Ein Bestandteil der Finanzierung und des Betriebs sollen die Instrumente des im Februar 2005 in Kraft getretenen Kyoto – Abkommens zur Reduktion des CO2 – Ausstoß sein. Die Seychellen sind Unterzeichner des Abkommens und sehr aktiv in der Gruppe der kleinen Inselstaaten, die zuerst von der Erhöhung des Meeresspiegels aufgrund der weltweiten Klimaänderung betroffen wären. Die Seychellen können sich die CO2 – Einsparung in einem Joint Venture mit einer bundesdeutschen Firma (in diesem Fall Davertwind KG) durch das Kyoto - Klima – Sekretariat gutschreiben lassen. Dieser Prozess nennt sich CDM – Clean Development Mechanism -, das Ergebnis sind CER – Certified Emission Reduction pro Tonne eingespartem Kohlendioxid. Sie werden jetzt schon an den europäischen Börsen gehandelt und schwanken z.Z. im Preis zwischen 20 – 25 Euro. Da das Projekt die Kriterien des sog. „Gold-Standards“ für CDM / CER erfüllen wird, kann mit zusätzlich 5,- Euro mehr pro Zertifikat gerechnet werden.

 

Die Firma enveco GmbH in Münster bearbeitet im Auftrag von Davertwind die Antragstellung und Realisierung der CDM – Zertifikate für das Projekt sowie die notwendigen Umweltpläne und –prüfungen, insbesonders für ornithologische Schutzmaßnahmen.

 

 

 

 

Davertwind Verwaltungs GmbH

Davertwind GmbH & Co. KG

GF: Dipl. Geol. Thomas Siepelmeyer

 

 

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